Lodenstoff, so wie wir ihn heute kennen, wird bereits seit Jahrhunderten von unseren Vorfahren als zuverlässiger (Outdoor-)Stoff benutzt, um sich vor allen Wetterbedingungen zu schützen. Der Stoff für unsere Produkte wird in ungebrochener Reihenfolge von derselben Familie seit 1644 hergestellt.
Loden ist ein dicht gewebter und anschließend gewalkter Wollstoff. Durch das Walken wird das Gewebe kompakter, robust, windabweisend und bis zu einem gewissen Grad wasserabweisend. Deshalb wird Loden traditionell für Outdoor-, Jagd- und Winterbekleidung verwendet.
Wie wird Loden hergestellt?
Zur Herstellung von Loden wird zunächst Wolle zu einem Garn gesponnen, welches dann zu einem Stoff gewebt wird. Die besonderen Eigenschaften, die den Loden ausmachen, bekommt er im letzten Schritt, dem Walken. Dabei wird durch die Zuführung von Wärme und mechanischer Beanspruchung der Stoff gefilzt, sodass er derart verdichtet wird, bis ein festes, wetterfestes Gewebe entsteht.
Welche Vorteile hat Loden?
Die Wolle im Loden,
- ist geruchshemmend und antibakteriell aufgrund ihrer Eiweißstruktur. Dadurch brauchst Du trotz schweißtreibender Touren Deine Sachen seltener oder auch gar nicht zu waschen. Einfaches Lüften reicht meist schon aus.
- Wie alle tierischen Fasern ist auch Schafwolle eine Proteinfaser und wirkt daher temperaturregulierend, wärmerückhaltend und ist zudem schwer zu entflammen. Denn die Wolle ist eine Hohlfaser und passt sich dadurch den äußeren Gegebenheiten an.
- kann bis zu 35 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, fühlt sich dadurch länger trocken an und wärmt Dich sogar noch im nassen Zustand.
- ist knitterunempfindlich.
Durch die Webung und den Walkprozess,
- entsteht ein festes Gewebe, das im Verhältnis zu anderen Wollprodukten erstaunlich robust ist.
- entsteht eine recht dichte, wasser- und windabweisende Oberfläche, die Dich vor den ein oder anderen Wetterunbilden schützen wird.

Geschichte von Wolle: Von der Schafzucht bis zur Textilnutzung
Schafe und Ziegen wurden schon um 10.000 v. Chr. von Menschen im Libanon, in Palästina, Jordanien, Israel und Nordsyrien gezüchtet. Sie gehören also zu den ältesten Nutztieren der Menschheit. Anfangs wurden sie nur zur Fleischproduktion gehalten. Der Anfang der Wollnutzung reicht wohl über 5.000 Jahre zurück. Kleinasien und Ägypten unterschieden schon um ca. 2.500 v. Chr. zwischen Haar- und Wollschafen. In Europa entwickelte sich die Wollfaser wegen ihrer fantastischen Eigenschaften schnell zur Textilie Nummer eins, obwohl sie zuerst nur mit Leinen gemixt wurde.
In den letzten 5.000 Jahren wurde die Wolle durch Züchtung zu immer feineren Wollhaaren weiterentwickelt. Als bestes Beispiel gilt das Merinoschaf. Die Schafart, aus der das Merinoschaf gezüchtet wurde, wurde von den Berbern im 12. Jahrhundert nach Spanien importiert und dort von den spanischen Züchtern zu noch feinerem Wollhaar weiterentwickelt. Diese Wolle wurde als die spanische Wolle bekannt, und es wurde mit dieser Wolle vielseitiger Handel betrieben, da es laut der spanischen Krone verboten war, dieses Schaf auszuführen.
Nach Deutschland kam das Merinoschaf in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist heute mit ca. 30 % die am häufigsten anzutreffende Gattung in Deutschland. Der Höhepunkt der Schafhaltung in Deutschland war gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Die ca. 30 Millionen Tiere wurden ausschließlich zur Wollproduktion gehalten. Die Wollproduktion in Deutschland verlor durch die günstigeren Produktionsmöglichkeiten in Neuseeland und Australien an Wettbewerbsfähigkeit, und die Schafe werden heute meist nur noch zum Hobby gehalten.
Die Zucht von Merinoschafen in Neuseeland und Australien startete durch europäische Siedler, die das Merinoschaf nach Neuseeland und Australien brachten. Es sind heute die größten Wollproduzenten der Welt und stellen zusammen mit China ca. 50 % der weltweiten Schafwollproduktion. Südafrika, Sudan, Indien, Argentinien, Iran und Uruguay stellen weitere wichtige Länder der Schafwollproduktion dar. Auch in Großbritannien werden Schafe zur Wollproduktion gezüchtet. Allerdings ist die Wolle aus Großbritannien wegen der raueren Witterungsbedingungen nicht so fein und hochwertig.
Wolle wird aufgrund ihrer vielen positiven Eigenschaften für eine Vielzahl von Dingen wie Bekleidung, Schlafsäcke, Decken sowie Dämm- und Füllmaterial verwendet.
Was sind die Unterschiede zwischen Schafwolle, Schurwolle und Lammwolle?
Schurwolle: Wird von lebenden, gesunden und erwachsenen Schafen gewonnen.
Lammwolle: Ist die erste Schur von lebenden, gesunden Lämmern. Aus diesem Grund ist Lammwolle noch etwas weicher und feiner als Schurwolle.
Schafwolle: Ist ein Sammelbegriff und beinhaltet nicht nur Schur- und Lammwolle, sondern auch recycelte Wolle sowie Wolle von kranken oder toten Tieren.
Fohlen-Kamel-Wolle: Genauer gesagt: Fohlen-Kamelhaar. Sie wird nicht durch Scheren wie bei Schafen gewonnen, sondern meist während des natürlichen Fellwechsels junger Kamele.
Einmal im Jahr, wenn die Temperaturen steigen, verlieren junge Kamele ihr besonders feines Unterhaar. Dieses wird vorsichtig ausgekämmt oder gesammelt. Anschließend wird das Haar gereinigt, sortiert und zu Garn versponnen.
Das Ergebnis ist eine besonders weiche, leichte und wärmende Naturfaser – deutlich feiner als normales Kamelhaar.
Bei unseren Roughstuff-Lieferanten wird Wolle nur von gesunden, lebenden Tieren verwendet.
Ja, es gibt einen deutlichen Preisunterschied zwischen Baby-Kamelhaar und normaler Kamelwolle. Fohlen-Kamelhaar ist signifikant teurer, da es seltener, feiner und weicher ist als das Haar ausgewachsener Tiere.
Preisvergleich von Kamelwolle und Fohlen-Kamelhaar
Der Preis wird primär durch die Feinheit der Faser (gemessen in Mikron) bestimmt. Je feiner das Haar, desto höher ist der Marktwert.
- Normale Kamelwolle: Standardstoffe aus Kamelwolle kosten im Handel oft zwischen 20 und 40 US-Dollar pro Yard (~0,91 Meter).
- Fohlen-Kamelhaar: Hochwertige Produkte oder Luxusmischungen aus Baby-Kamelhaar können Preise von 50 bis über 100 US-Dollar pro Yard erreichen.
- Strickgarne: Reines Baby-Kamelhaar-Garn wird beispielsweise für ca. 14,90 € pro 25 g (entspricht ca. 59,60 € pro 100 g) angeboten. Mischungen aus Merinowolle mit Fohlen-Kamelhaar liegen oft bei etwa 139 € bis 150 € pro Kilogramm.
Warum ist Fohlen-Kamelhaar teurer als normale Kamelwolle?
Die höheren Kosten für Fohlen-Kamelhaar lassen sich durch mehrere Faktoren erklären:
- Seltenheit: Fohlen-Kamelhaar wird nur von jungen Tieren (meist im Alter von bis zu zwei Jahren) gewonnen. Ein Kamel liefert jährlich nur eine begrenzte Menge an nutzbaren Feinfasern.
- Faserqualität: Während das Deckhaar ausgewachsener Kamele grob und oft nur für Teppiche geeignet ist, ist das Unterhaar von Baby-Kamelen extrem fein, ähnlich weich wie Kaschmir, und bietet eine exzellente Wärmeisolation bei geringem Gewicht.
- Gewinnung: Die Fasern werden meist mühsam per Hand während des natürlichen Fellwechsels im Frühjahr gesammelt oder ausgekämmt und nicht geschoren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fohlen-Kamelhaar als Luxusfaser gilt, die aufgrund ihrer überlegenen Haptik und Seltenheit oft das Doppelte oder mehr im Vergleich zu herkömmlicher Kamelwolle kosten kann.
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